statische oder dynamische Webseite
mit dieser Frage sehen sich immer mehr Firmen, Einrichtungen und privat Leute konfrontiert. Um Ihnen die Entscheidung leichter zu machen stelle ich Ihnen hier einige Vor- und Nachteile beider Systeme gegenüber.
Die statische Webseite
Besteht, wie der Name schon vermuten lässt, aus mehreren Dateien die meist in einem Du-bekommst-was-du-siehst Programm wie der Adobe Dreamweaver oder Microsoft Frontpage erstellt werden.
Bei einem Besuch eines solchen Internetauftritts, wird die statische Webseite vom Betrachter einfach heruntergeladen und im Browser dargestellt. Hier liegt auch der (einzige) Vorteil dieser Technik. Statische Webseiten haben praktisch keine Anforderungen an den Webserver und können bereits für wenige Euro pro Monat veröffentlicht werden.
Werden interaktive Funktionen wie ein Kontaktformular benötigt muss der entsprechende Code in die Seite integriert werden. Hier beginnen die Nachteile.
Für die Wartung und Aktualisierung von statischen Webseiten sind gute Kenntnisse in Markup, CSS gegebenenfalls Programmiersprachen erforderlich. Außerdem liegt es rein am Ersteller der Seite, dass Standards wie W3C (Markup Konformität) und WCAG (Barrierefeiheit) eingehalten werden. Somit ist auch eine gute Darstellung auf mobilen Endgeräten nicht immer gegeben. Eine statische Webseite so zu erstellen, dass sie allen grundlegenden Ansprüchen genügt ist sehr zeitaufwendig und für den Laien fast nicht möglich. Werden Aktualisierungen benötigt muss auf die Dateiebene des Webservers zugegriffen werden. Man läd die Webseite von seinem Webspace meist via FTP herunter, nimmt Aktualisierungen in einem Editor vor und lädt die Datei anschließend wieder auf den Server hoch. Werden häufig Veränderungen vorgenommen wird diese Methode zunehmend umständlich und falls Sie eine Agentur beauftragen auch noch teuer. Werden Veränderungen von Laien vorgenommen schleicht sich oft Word ,,Quellcode" durch Kopieren-und-Einfügen aus Dokumenten oder E-Mails ein. Dies bedeutet gleichzeitig das Ende der W3C Konformität und verschließt den Inhalt vor Menschen mit Sehbehinderungen.
Für wen eignen sich statische Seiten:
Generell für jeden der lediglich eine Visitenkarte im Netz veröffentlichen will. Sobald Inhalte regelmäßig aktualisiert werden sollen ist die statische Webseite eher die zweite Wahl.
Content Management Systeme, die dynamische Webseite
jetzt wird es schwer sich einen guten Überblick zu verschaffen. Im Allgemeinen erzeugt ein CMS die eigentliche Seite erst auf Abruf. Was das im konkreten Einzelfall bedeutet hängt vom verwendeten System ab. Auf dem Webserver liegt statt der statische Datei ein Programm welches die Inhalte aus einer Datenbank holt, diese in ein Design einbettet diese Seite an den Aufrufer zurücksendet.
Konkret hat ein Content Management System die Aufgabe Inhalte, Interaktive Funktionen und Design voneinander zu trennen und diese mit diversen Workflow und Gruppenfunktionen zu versehen. Wie sich unschwer vermuten lässt benötigt ein CMS mehr Rechenleistung als eine statische Seite. Dies ist einer von mehreren Nachteilen die ein CMS hat.
Webspace reicht normalerweise nicht aus um ein CMS zu hosten. Viele Anwender greifen deshalb auf günstige V-Server zu oder nutzen das günstigere Angebot der Agenturen die die Webseite erstellen. Ein V-Server kostet im Monat ca. 10 - 20 Euro wogegen die Hostingoption bei mir schon ab 75 Euro im Jahr beginnt.
Eine dynamische Webseite sollte man nicht auf eigene Faust und ohne Kenntnisse des CMS erstellen. Meist bieten CMS eine Vielzahl an Einstellungen die entweder nicht benötigt oder gut versteckt sind. Wer sich an Typo3 versucht hat wird mir zustimmen..
Warum dann CMS ? Die Vorteile überwiegen. Nach der Erstellung durch eine Firma oder jemanden der sich auskennt werden keine Kenntnisse über Markup und CSS mehr benötigt. Texte werden entweder in der Verwaltungsebene oder direkt im Frontend bearbeitet oder neu erstellt. Das System hat im Normalfall viele Funktionen wie zeitgesteuerte Veröffentlichung, Versionsverwaltung oder Nutzermanagement. Die Seite generiert nativ W3C valide Ausgaben die auf allen Browsern gleich aussehen. Die Pflege des Systems wird um ein vielfaches vereinfacht. Wenn Sie beispielsweise meine Seite durchforsten sehen Sie dass man verschiedene Bereiche auch mit unterschiedlichen Designs versehen kann.
Ein weiterer Punkt ist die Flexibilität. Neue Funktionen wie Foren, Formulare, Download Sektionen und Shop Systeme lassen sich ohne Mühen nachinstallieren. Eine statische Seite stößt spätestens hier an Ihre Grenzen.
Für wen eignen sich dynamische Seiten:
Meine Erfahrung hat gezeigt dass ein CMS für praktisch jede Institution / Firma die bessere Wahl ist. Sobald eine Webseite gewartet werden muss ist ein CMS Pflicht. So kann die redaktionelle Verwaltung und sei es nur die Bildergalerie eines Sportvereins, nach kurzer Einweisung von jedem erledigt werden. Aus Sicht der Wirtschaftlichkeit gewinnt auch das CMS. Der Code von statischen Seiten verliert mit der Zeit an Qualität da über kurz oder lang Fremdcode aus Word Outlook u.ä. durch Copy & Paste eingeschleust wird. Eine Agentur mit der Wartung einer statischen Seite zu beauftragen würde auf Dauer ein Vielfaches der Erstellung kosten. Zusammengefasst kann ich sagen dass ein CMS in der Erstellung und der Unterbringung zwar etwas mehr kostet als eine statische Seite, diese Mehrkosten aber durch Flexibilität und einfacher Aktualisierung schnell wieder amortisiert sind.